lebenlassen@innau.at Bürgerinitiative zur Erhaltung der Rietzer und Mieminger Innauen

A chinese lion statue 17.08.2011:

 

AUS FÜR DAS GEPLANTE INNKRAFTWERK TELFS DER IKB!

 

Achtung! Feier heute, 27.08.2011 kurzfristig abgesagt!

Gebhard 27. August 2011

Wegen dem ungünstigen Wetter müssen wir die für heute kurzfristig angesetzte Feier am Inn auch wieder kurzfristig absagen. Wir bitten um Verständnis!

Wir werden uns morgen, Sonntag, um 16:00 am selben Ort (Bootsstelle der FFW Rietz) treffen. NUR BEI TROCKENEM WETTER!

Othmar 19. August 2011

Blick Richtung Westen

Mit großer Erleichterung nehmen wir das Abrücken der Innsbrucker Kommunalbetriebe vom geplanten Innkraftwerk Telfs zur Kenntnis. Unser hartnäckiger Einsatz für die Erhaltung der letzten Auwaldreste in Tirol hat sich gelohnt! Mit großem Einsatz und Null Budget haben wir gemeinsam mit vielen anderen Gruppen für den Lebensraum vor unserer Haustüre gekämpft. Auch die unqualifizierten  Aussagen (Stichwort “Langflügelkäfer”) des Landeshauptmann Günther Platter konnten das Projekt nicht retten. Die Projektwerber und Befürworter mussten einsehen, dass Naturschutzgesetze für alle gelten.

An dieser Stelle möchten wir allen danken, die mitgeholfen haben, die Rietzer und Mieminger Innauen zu retten.

Unsere Bemühungen für die Erhaltung des Lebensraumes Inn + Au werden weitergehen.

Mehr dazu, demnächst.

Artikel:  Flüsse voller Leben, ORF, TT

Gänzlich neue Insektenfamilie entdeckt!

Gebhard 19. August 2011

Hier der Beweis für das,  was schon lange vermutet wurde:

Es gibt ihn wirklich, den sagenumwobenen LANGFLÜGELKÄFER (Rheophilus platteri).

Und er lebt exklusiv auf den Schotterbänken der Innau zwischen Stams und Telfs. Das hier aufgenommen Exemplar misst eine stattliche Länge von 55 cm.

Ein weiterer Grund dort nicht zu stauen, Herr Landeshauptmann.

Öffentliches Gut, unrechtmäßig entwendet, wird abtransportiert

Gebhard 9. März 2011

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Gesehen am 15.02.2011 bei Thannrain.

Kleine Rechenübung:

ca. 700 Festmeter (wahrscheinlich eher 1.000) zu EUR 40,-  brutto (Preis für Brennholz) = EUR 28.000.

Ein rentables Geschäft für Auftragnehmer UND Auftraggeber, für das sich die Missachtung von Bescheiden, Umweltauflagen und Leitfäden des Lebensministeriums durchaus lohnt.

Detail am Rande:

Dem Stamser Bürgermeister, der das massenhaft liegengelassene Holz (auf eigene Kosten) aufräumen lassen möchte um es als Hackschnitzel im Fernheizwerk Stams zu  nutzen, wurde dies von Seiten der Abteilung Umweltschutz der Bezirkshauptmannschaft Imst untersagt.

Illegaler Kahlschlag in der Au bei Rietz und Stams

Gebhard 15. Februar 2011

Seit ca. 3 Wochen wird die rechtsufrige Innau zwischen Stamser Hängebrücke und Rietzer Motocross-Platz illegal verwüstet. Trotz bereits erfolgter Anzeige gehen die Abholzungen und die Zerstörung der rechtsufrigen Aubestände zwischen Stams und Rietz weiter. Die Verantwortlichen sind offensichtlich fest entschlossen, diese schutzwürdigen Restbestände von Auwald zu vernichten.

Was steckt hinter dieser Vorgangsweise?

Am 30.12.2010 wird in einem Bescheid der Abteilung  für Naturschutz des Landes Tirol der Bundeswasserbauverwaltung die  Bewilligung “für die dauernde Beseitigung von Gehölzgruppen und Heckenzügen außerhalb eingefriedeter bebauter Grundstücke im Zuge von Pflege- und Instandhaltungsmaßnahmen an Gewässern im Bereich des öffentlichen Wassergutes” erteilt.

Zum besseren Verständnis:

Der Paragraph 8c ” Schutz von Auwäldern” des Tiroler Naturschutzgesetz  (TNSchG 2005) besagt, dass die dauernde Beseitigung von Bäumen und Sträuchern außerhalb eingefriedeter bebauter Grundstücke einer naturschutzrechtlichen Bewilligung bedarf.

Diese Bewilligung wurde erteilt,  allerdings unter der ausdrücklich geforderten Einhaltung von Nebenbestimmungen die da lauten:

[...]

3) Es dürfen jeweils nur diejenigen Sträucher und/oder Bäume oder Teile davon durchforstet/beseitigt werden, deren Entfernung aus wasserbaulicher Sicht unbedingt nötig ist, Diese Notwendigkeit bezieht sich auf Verklausungsgefahr durch einhängende oder schräg stehende Bäume oder sonstige den Durchfluss hindernde Gehölze.

5) Durch die vorgenommenen Schlägerungen dürfen keine Kahlschlagstreifen des Uferbewuchses über zwanzig Meter Länge entstehen. Dies bedeutet, dass kein durchgehender Abschnitt auf einer Seite oder zwei Seiten des Gewässers mit einer Länge von 20m vollständig ausgeschnitten werden darf.

Wie diese „Pflege- u. Instandhaltungsmaßnahmen“ auszusehen haben, darüber sind sich Abt. Umweltschutz, Öffentliches Wassergut und Forstdirektion offensichtlich nicht ganz einig. Tatsache ist, dass daraus  im rechtsufrigen Aubereich Stams – Rietz  Kahlschläge mit ca. 600 Festmeter geschlagenem Holz u.  Totalverwüstung der betroffenen Uferbereiche (gegenüber der Schutzflächen) geworden sind.

Der Naturschutzbeauftragte des Bezirks wurde nicht informiert. Die Waldaufseher der Gemeinden Stams und Rietz wurden nicht informiert, bzw. wurde im vorhinein das Märchen einer ” ökologisch motivierten Entnahme der nicht standortgerechten Hybridpappeln” aufgetischt. 

Die folgenden Bilder sprechen eine andere Sprache. Gehölzstreifen von 100 m Länge und mehr wurden gerodet, zum Teil bis zur Wasserlinie.  Es fehlen einem die Worte für diesen Vandalenakt, der mit dem Vorwand der Pflege und Instandhaltungsarbeiten gerechtfertigt wird.

spur_der_verwuestung4 spur_der_verwuestung2 spur_der_verwuestung3 rodung_richtung_inn holzstoss_3

Dabei werfen sich mehrere Fragen auf:

Obwohl die Abteilung Naturschutz bereits über diese illegalen Rodungen informiert ist, wurde in den vergangenen Tagen im gleichen Stil weitergemacht.

Wann wird hier von Seiten des Landesnaturschutzes eingeschritten?

Hier wird offensichtlich leicht erreichbares Holz zu Geld gemacht. Die Bereiche befinden sich im öffentlichen Wassergut.  Das geschlägerte Holz  wird verkauft -  in unserem Fall als Hackschnitzel ans Fernheizwerk der Biowärme Längenfeld (TIWAG)  – wer bekommt hier Geld?

In einem Antrag an die Abeilung Naturschutz von November 2010 forderte der WWF zusammen mit den anderen Organisationen der Plattform Tiroler Inn eine Ausweitung des Schutzstatus von den bestehenden linksufrigen Gebieten auf die Schotterinseln bei Rietz und Telfs und eben genau die jetzt betroffenen rechtsufrigen Auwaldbereiche. Die Schutzwürdigkeit dieser Bereiche im Zusammenhang mit einem Biotopverbund liegen auf der Hand und wurden unter anderem in einem Gutachten von Dr. Armin Landtmann aufgezeigt.

Gibt es bestimmte Interessen denen es sehr entgegen kommt, wenn hier jegliche Überreste einer Auwaldvegetation dem Erdboden gleich gemacht werden?

Wir hoffen, in den nächsten Wochen ein wenig Licht in diese Finsternis zu bringen.

Weitere Fotos in der Galerie.

Bescheid der Abt. Umweltschutz zur Bewilligung von Pflege- u. Instandhaltungsarbeiten (.pdf  Dokument)

Verbesserungsschmäh der IKB!

Othmar 4. Dezember 2010

Wassertümpel  Mieminger Innauen tuempel_tf2

Die Mieminger Innauen seien ausgetrocknet und beim Absterben, da sich der Inn immer tiefer eingräbt und die Bäume mit zu wenig Grundwasser versorgt werden. Das ist eine Behauptung der Kraftwerkswerber, die nicht stimmt.

Die absterbende Au ist eine Erfindung um den Kraftwerksbau als Verbesserung verkaufen zu können.

Ich durchwandere schon seit Jahren diese Innauen und mache Fotos und Videos in allen Jahrezeiten. In den Altarmen bilden sich bei Hochwasser Wassertümpel, Lebensräume vieler Tierarten, Frösche, Insekten usw.  Diese Tümpel werden auch vom Rotwild zum Suhlen genützt.  Der Auwaldboden ist sattgrün und ich konnte  Gämsen und Hirschen beim Weiden zusehen.

Ein Aufstau um die Au vor dem Austrocknen zu retten ist ein Verkaufsschmäh.


stockausschlag Totholz  und   Stockausschlag

Es wird von den Kraftwerksplanern behauptet, dass es keine Stockausschläge mehr gibt.

Es gibt  Stockausschläge und Neuaustriebe , das kann ich mit vielen Fotos beweisen. Absterbende Bäume sind außerdem für viele Vogelarten zum Brüten lebensnotwendig. Ein Aufstau des Inns wäre fatal für das Gleichgewicht dieses Lebensraumes.

Auch die Behauptung, ein Aufstau wäre eine Verbesserung für die Erlen, ist falsch. Es gibt in diesem Zusammenhang Langzeitstudien von mehreren Universitäten, unter anderem  Boku Wien, die Auwälder an Stauseen untersucht haben und alle kommmen zum selben Ergebnis. Durch Wasserstauwerke, Staustufen, Stauseen steigt die Anfälligkeit für Wurzelfäule, speziell bei Erlen. Der Stausee Telfs bis Stams wäre also eine Verschlechterung für den Auwald!

Verbund bläst zum Angriff auf unsere Bäche und Hochtäler!

Othmar 4. November 2010

500 Mio. Euro Kapitalspritze ( unser Steuergeld)  für die Verbundgesellschaft.  Das beschließt  die Bundesregierung im Sommer, außerhalb des Budget für 2011. Im Vergleich dazu beschließt die Regierung für das kommende Jahr (nur) 100 Millionen Euro für thermische Gebäudesanierung.

Alles klar?!

Die E-Wirtschaft hat eine Werbeoffensive gestartet und wirbt massiv in allen Medien für die Ausbeutung unserer Wassergüter.

Ich zitiere den Vorstandsvorsitzenden der IKB in einer zwölfseitigen Sonderbeilage der TT vom 27. Oktober 2010:(“Wasserkraft ist ein Schatz, den wir heben sollten.”)

Wem meint der Herr Vorsitzende mit wir? 

Uns Bürger, oder vielleicht die Gewinnmaximierer! 

Wem gehören die Schätze der Natur?

Es ist sehr arrogant zu glauben, die Schätze der Natur sind nur für den Menschen bestimmt. Mit jedem Stauwerk gehen Lebensräume von Tieren und Pflanzen  sprichwörtlich unter und die ökologischen Verhältnisse werden geschädigt. Ich will nicht zusehen, wie die Profitgier alles zubetoniert bis ihre Schatzkammer voll ist.

       Ich fordere, dass die Stromerzeuger aus Wasserkraft auch eine Wasserabgabe  leisten müssen für jeden Kubikmeter, wie wir alle und zwar zweckgebunden! Mit diesem Geld könnten Verbesserungen und Sanierungen geschädigter  Bereiche vorgenommen werden,  die durch Wasserkraftnutzung verursacht wurden.

 

Offener Brief an die Innsbrucker Bürgermeisterin Mag. Oppitz-Plörer

Othmar 25. Oktober 2010

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin

Wir  bedauern es sehr, daß Sie unsere Einladung zu einer Wanderung durch die Innauen nicht angenommen haben. Im Herbst sind die Auen farblich am schönsten. Hier gibt es noch Laubbäume, wie Birken, Eschen , Eichen, Eiben,Erlen, Linden Weiden, die jetzt in einem schönen Licht strahlen. Auch wenn Innsbruck  einen schönen  Hofgarten hat, sind  Auen  mit angelegten Parks von Menschenhand nicht vergleichbar. Leider werden die Restbestände dieser Auwälder durch das geplante Innkraftwerk Telfs stark bedroht. Solch sensible Lebensräume können von Menschenhand  nicht wiederhergestellt werden.

Sehr viele Menschen  nützen zum Wandern, Laufen , mit Hund  oder alleine die Innauen. Wenn der Inn in diesem engen Talabschnitt aufgestaut wird , verlieren wir alle hier ein Stück unverbaute Natur. Autobahn, Bahnstrecke, Bundesstraße, Gewerbegebiete , Sportanlagen  und dichte Verbauung haben die Innauen auf einen schmalen Restbestand schrumpfen lassen. Ein Kraftwerksbau wäre ein massiver Eingiff in die Restbestände. Wir fragen uns schon, ob es  notwendig ist, ein geschütztes Gebiet  zu opfern.

Hochachtungsvoll    Othmar Senn

Erwiderung auf die Antwort von Fr. Bgm. Oppitz-Plörer

Gebhard 30. Juli 2010

An
Bürgermeisterin Mag. Christine Oppitz-Plörer
Maria-Theresien-Straße 18
6010 Innsbruck

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin!                                                                Stams, am 17. Juli 2010

Danke für Ihren Brief vom 11. Juni 2010! Es freut uns, dass Sie sich Zeit genommen haben uns zu antworten.

Zu einigen in Ihrem Schreiben enthaltenen Aussagen möchten wir gerne Stellung nehmen.

Sie erwähnen das Bedürfnis der Menschen nach Erholung in der Natur. Dieses Bedürfnis würde Ihrer Meinung nach erst gestillt werden können, wenn rund um das Sonderschutz­gebiet Rietzer und Mieminger Innauen die Baumaschinen auffahren und eine weitestgehend naturnahe Landschaft in ein Naherholungs­gebiet verwandeln. Ein “vergrößertes” Angebot soll so den Druck auf die Lebewelt in den sensiblen Zonen verringern. Allein, was nützt das dieser Lebewelt, wenn sie dann mehrere Meter unter Wasser liegt?
Tirol ist mit kommerzialisierter Landschaft überdurchschnittlich ausgestattet.
97 Schigebiete für Winter und Sommer, 18 Golfplätze, Outdoor Fun-Parks wie die kürzlich eröffnete Area 47, etc. Diese Freizeiteinrichtungen haben durchaus ihre Berechtigung, aber eben nicht an jedem Ort. Aus unserer Erfahrung und vielleicht sogar aus Ihrer eigenen können wir sagen, dass sehr viele Familien genau das Gegenteil davon, also naturbelassene Umgebung suchen.

Frau Bürgermeisterin, obwohl versucht wird es Ihnen anders zu verkaufen, es gibt keine bessere Maßnahme für ein letztes Rückzugsgebiet, als es intakt zu erhalten. Bei uns scheint nicht möglich zu sein, was anderenorts selbstverständlich ist, nämlich Schutzgebiete als Er­rungen­schaften anzusehen und in ihrem Wert zu achten.
Wenn Sie von einem ähnlichen Kraftwerksprojekt sprechen, bei dem nachweislich ein Zuwachs an Flora und Fauna festgestellt werden konnte, dann muss zuerst einmal geklärt werden, was denn vorher in diesem Gebiet vorhanden war? Mit aller höchster Wahr­scheinlichkeit kein Sonderschutzgebiet, dass diesen Status nicht umsonst erhalten hat!

Den Klimaschutz, den Sie ansprechen, erreicht man doch nicht durch den Bau neuer Kraftwerke, sondern durch die Reduktion von CO2, dort wo es entsteht. Dass die großen Wasser­kraftwerke keine Schlote haben ist nicht richtig – sie stehen nur woanders. Denn bekanntlich sinkt die Leistung im Winterhalbjahr bedingt durch die geringe Wasserführung des Inns. Die den Konsumenten versprochene Energie muss aber dann auch produziert werden und dazu scheint von Kohle bis Atom jede Quelle recht. Es gibt in Tirol so viele Möglichkeiten – ohne Verlust von Komfort und Lebensqualität – Energie einzusparen, bis hin zur Erzeugung von erneuerbarer Energie mittels Biomasse und Photovoltaik, dass es nicht mehr solcher zerstörerischen Projekte wie das Innkraftwerk Telfs bedarf! Eine ungleich größere Zahl von in der Region ansässigen Betrieben hätte dadurch die Möglichkeit für ein gesichertes Einkommen und Wohlstand zu sorgen.

Mit einer zukunftsweisenden Energiepolitik hat dieses geplante Kraftwerk nichts zu tun, es geht hier wohl eher um eine Steigerung der Rendite des stadteigenen Energieversorgers. Ihr lobenswertes Ziel, die Umwelt- und Lebensinteressen der Menschen in Einklang zu bringen, wird sich vor diesem Hintergrund kaum verwirklichen lassen.

Wir erneuern hiermit unsere Einladung gemeinsam mit uns das Sonderschutzgebiet zu durchwandern und ein Stück faszinierende Natur unweit von Innsbruck kennenzulernen.

Mit freundlichen Grüßen,

Othmar Senn und Gebhard Tschavoll
für die Bürgerinitiative zur Erhaltung der Rietzer und Mieminger Innauen

Antwort von Fr. Bgm. Oppitz-Plörer auf unseren Brief vom 1. Mai 2010

Gebhard 30. Juli 2010

Frau Bürgermeisterin Oppitz-Plörer hat uns geantwortet. Oder war es doch die PR-Abteilung der Innsbrucker Kommunal Betriebe? Wie auch immer, hier der Brief.

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