Monatsarchiv für Oktober 2009

Ideen zur Stellungnahme

Gebhard 26. Oktober 2009

Mit großer Besorgnis nehme ich die Pläne der Innsbrucker Kommunal Betriebe zur Kenntnis, bei Telfs unmittelbar unterhalb des Sonderschutzgebietes Rietzer und Mieminger Innauen ein Laufkraftwerk zu errichten. Die Leistung des geplanten Kraftwerks (14 MW) wurde mit Bedacht genau knapp unterhalb des UVP-Schwellenwertes (15 MW) angesetzt. Mit enormen Mediendruck und unter Zuhilfenahme des Klimaschutz-Argumentes soll ein Abschnitt des Inns gestaut und unwiderruflich zerstört werden, der im Gegensatz zu vielen anderen Innabschnitten in Tirol noch vorbildliche öko-morphologischen Verhältnisse aufweist.

Dieses Vorhaben missachtet nicht nur die geltende Verordnung zum Sonderschutzgebiet sondern steht auch im Widerspruch zu den fortschrittlichen und begrüßenswerten Zielen des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans.

Laut IKB-eigenen Voruntersuchungen wären 7 von 9 untersuchten Tier- u. Pflanzen Gruppen durch hohe Eingriffserheblichkeit betroffen! Es liegen Bereiche mit einem Naturschutzwert von überregionaler bis nationaler Bedeutung vor.

Neben dem offensichtlichen Widerspruch zum geltenden Naturschutzrecht gibt es eine Reihe weiterer ungeklärter Fragen, die von einer bedenklichen Grundwassersituation über den Verlust von Hochwasserretentionsflächen bis  hin zur völlig offenen Frage nach dem Tragen von eventuell entstehenden Folgekosten durch Eintiefung des Inns flußabwärts des geplanten Wehrfelds reichen.

Der Realisierung des Kraftwerk Telfs mit einer Leistung von 14MW stehen der Verlust eines ökologisch hochsensiblen und für kommende Generationen höchst wertvollen Reliktstandortes gegenüber. Darüber hinaus werden mit dem Verlust solch naturnah erhaltener Innabschnitte durch den Bau einer Kraftwerksanlage alle Bemühungen und der hohe finanzielle Aufwand rund um eine Revitalisierung des Inn ad absurdum geführt.

Es kann doch nicht Sinn und Zweck der Mittel aus dem Umweltförderungsgesetz sein sie dafür einzusetzen, ein Gewässer nachträglich zu sanieren und wieder durchgängig zu machen, dass jetzt diese Kriterien erfüllt?

Folgende Punkte gemäß §104a des Wasserrechtsgesetzes sollten unbedingt berücksichtigt werden:

  • Es muss schlüssig bewiesen werden, dass keine bessere Umweltoption möglich ist als ein Kraftwerk, dass ein Naturschutzgebiet beeinträchtigt.
  • der Nutzen durch den Eingriff in das Gewässers ist nachweislich höher zu bewerten als der Nutzen seiner Erhaltung.
  • Es liegen entsprechende Minderungsmaßnahmen (gleichwertige Ausgleichsflächen) vor.