Monatsarchiv für März 2010

Diskussion der Bürgermeisterkandidaten am 24.03.2010 in Telfs

Gebhard 22. März 2010

Liebe Leute!

Am Mittwoch, den 24.03.2010 gibt es im Rathaussaal in Telfs um 19:30 eine Diskussion zwischen den beidenTelfer Bürgermeisterkandidaten

Dem Publikum wird dabei die Möglichkeit gegeben Fragen zu stellen.

Wir sollten diesen Termin nützen, um Herrn Opperer zumindest ein kritische Frage zum geplanten Laufkraftwerk zu stellen. Auch wenn er wahrscheinlich deswegen seine Meinung nicht ändern wird, so ist es doch eine Gelegenheit,  unserem Anliegen Gehör zu verschaffen.

zB.:

vorausschicken, dass man im Namen der Bürgerinitiative zur Erhaltung der Rietzer u. Mieminger Innauen spricht.

Sie sind ein Befürworter des geplanten IKB-Laufkraftwerks Telfs. Wie stehen Sie zu der Tatsache, dass die bei den vergangenen GR-Wahlen bestätigten Bürgermeister der betroffenen Gemeinden Rietz und Stams diesem Projekt ablehnend gegenüber stehen. Kennen Sie die Bedenken gegenüber diesem Projekt? Wie sehen Sie als Rechtsanwalt die Tatsache, dass dieses Kraftwerk in ein bestehendes Sonderschutzgebiet eingreift u. damit geltendes Recht verletzt etc.

sind nur Vorschläge…

Wer hinfährt bitte melden! Gemeinsam sind wir mehr!!

Tag des Wassers – SOS XINGÚ

Gebhard 22. März 2010

Am heutigen Tag des Wassers aus aktuellem Anlass ein Aufruf oder besser gesagt HILFESCHREI  aus Brasilien.

Bischof Erwin Kräutler engagiert sich unter Einsatz seines Lebens für den Erhalt des Lebensraumes am Xingú – Fluss, der durch das riesige Staudammprojekt „Belo Monte“ bedroht ist.

Mit der Unterstützung für diese  Petition können wir zeigen, dass es uns nicht wurscht ist, wie es um die Flüsse in Amazonien und den Lebensraum vieler eingeborener Völker dort steht.

Mehr dazu auf diesem Link http://www.belomonte.org/petition/de/

Antworten Liste 1: Liste für Stams

Gebhard 14. März 2010

2. Was sagen Sie zum geplanten IKB – KW – Telfs?

Ob das Kraftwerk bei Rietz kommt oder nicht, entscheidet weder der Bürgermeister noch der Gemeinderat.  Dies wird auf einer anderen Ebene entschieden, da wir keine Parteienstellung haben. Auch die propagierten Schutzgebiete liegen nicht auf Stamser Gemeindegrund. Einzig verwunderlich ist der Gesinnungswandel unseres Bürgermeisters innerhalb von wenigen Monaten. Wir hätten uns von der Gemeindeführung beim abgewiesenen Steinentnahme-Projekt beim Stadliger Bach diesen Einsatz für unsere GemeindebürgerInnen in Staudach gewünscht.

5. Wie möchten Sie den sparsamen Umgang mit Strom in der Gemeinde fördern?

Die Vermeidung von unnötigem Energieverbrauch ist der erste Schritt die Heizkosten zu senken und gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Die Gemeinde sollte in diesem Zusammenhang Schwerpunkte setzen und die erste Anlaufstelle für Förderfragen sein. Die “Energie Tirol” würde entsprechende Initiativen stets begrüßen. Würden bei Sanierungsmaßnahmen auch noch Stamser Firmen zum Zuge kommen, wäre dies ein schöner Nebeneffekt.

Antworten Liste 3: Bäuerliche Liste Stams

Othmar 14. März 2010

1. Wie beurteilen Sie die Notwendigkeit neuer Wasserkraftwerke in Tirol?

Das Schlagwort der Zukunft heißt Energieautarkie oder Energieselbstversorgung. Die Wasserkraft als erneuerbare Energieform ist dabei ein wesentlicher Bestandteil. Daneben sind aber die Biomasse aus Holz bis hin zur Sonnen-u. Windenergie wichtig. Nur durch das Zusammenspiel aller erneurbaren Energieformen kann ein sinnvoller Mix entstehen. Für Tirol gilt: Ja zum Bau neuer Wasserkraftwerke, aber nur dort, wo es Sinn macht, im Einklang mit der Bevölkerung der Region passiert und die Eingriffe in die Natur keine wesentlichen Schäden verursachen.

2. Was sagen Sie zum geplanten IKB – KW – Telfs?

Wir stehen dem Projekt insofern kritisch gegenüber, weil für uns die Aufklärung der Bevölkerung und der Gemeinde fehlt. Nur wenn die Region – wie oben beschrieben- mit dem Projekt ” kann” und der Nutzen klar ersichtlich ist, ist ein solches Kraftwerk auch für uns sinnvoll.

3. Was sagt Ihnen die EU -  Wasserrahmenrichtlinie und der Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP)?

Die Wasserrahmenrichtlinie soll Gewässer schützen und sie in einem guten ökologischen Zustand erhalten – so in kurzen Worten zusammengefasst. Sie wurde 2000 auf EU-Ebene beschlossen und muss dadurch auch nationalstaatlich umgesetzt werden.

Auf die selben Ziele stellt der Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan ab. Dazu sollen auch die nötigen Maßnahmen getroffen werden, um den guten Zustand der Gewässer zu erhalten.

4. Ist für Sie Energieunabhängigkeit durch erneuerbare Energieformen in Ihrer Gemeinde denkbar?

Stams ist in diesem Zusammenhang bereits auf einem guten Weg. Mit dem Fernwärmewerk beim Kloster,  zahlreichen Nahwärmeeinheiten mit Biomasse und Solaranlagen auf Einfamilienhäusern sind bereits richtige Schritte passiert. Es kann aber noch viel mehr sein. Ja, Energieunabhängigkeit ist denkbar, vielleicht aber nur in einzelnen Bereichen (Wärmeversorgung) zu 100%.

5. Wie möchten Sie den sparsamen Umgang mit Strom in der Gemeinde fördern?

Die Gemeinde selbst kann hier nur als Mittler oder Initiator auftreten. Wichtig ist, das Bewusstsein in der Bevölkerung zu wecken und auf Sparpotentiale hinzuweisen. Eigene Schwerpunkte über eine Veranstaltungsreihe oder Information über die Gemeindezeitung ist durchaus denkbar.

6. Kennen Sie das Sonderschutzgebiet Rietzer und Mieminger Innauen?

Ja. Der Auwald dort soll durch das Projekt nicht angetastet werden.

7. Wissen Sie welche Ausgleichsmaßnahmen von den KW Planern angeboten werden?

Laut homepage schauen die Ausgleichsmaßnahmen wie folgt aus:

Schotterinseln sind ökologisch wertvolle Lebensräume und Brutplätze für einige Vogelarten wie z.B. den “Flussuferläufer”.  In der Projektplanung ist vorgesehen, dass flussabwärts als Teil der Ausgleichsmaßnahmen neue Schotterinseln geschaffen werden, um rechtzeitig Ersatzlebensräume anzubieten.

Sonstige Ausgleichsmaßnahmen sind uns mit heutigem Tag nicht bekannt.

Antworten Liste 4:Bürgermeisterliste Team Franz Gallop (Stams)

Othmar 14. März 2010

1. Wie beurteilen Sie die Notwendigkeit neuer Wasserkraftwerke in Tirol?

Natürlich ist es notwendig Kraftwerke zu bauen, man sollte aber andere Möglichkeiten der Stromerzeugung nutzen! Ein Beispiel wäre die neue Technologie der Biovergasung von Marcel Huber.

Kleinkraftwerke für Strom-u. Wärmeerzeugung!

2. Was sagen Sie zum geplanten IKB – KW – Telfs?

Kraftwerkbauer und Betreiber denken hauptsächlich an das Geschäft!

Aber für ein Kraftwerk mit 14,9 MW, so viel Natur und Ökologie zerstören ist unbedingt zu verhindern!

3. Was sagt Ihnen die EU -  Wasserrahmenrichtlinie und der Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP)?

Damit habe ich mich noch zu wenig befasst!

3. Ist für Sie Energieunabhängigkeit durch erneuerbare Energieformen in Ihrer Gemeinde denkbar?

JA!

4. Wie möchten Sie den sparsamen Umgang mit Strom in der Gemeinde fördern?

Gemeinde selber Vorbild sein, Veranstaltungen, Infos…..

5. Kennen Sie das Sonderschutzgebiet Rietzer und Mieminger Innauen?

Auswendig!

6. Wissen Sie welche Ausgleichsmaßnahmen von den KW Planern angeboten werden?

Ja, aber die machen überhaupt wenig Sinn!

Liste 1: Bürgermeisterliste Gerhard Krug Volkspartei Rietz

Othmar 14. März 2010

1. Wie beurteilen Sie die Notwendigkeit neuer Wasserkraftwerke in Tirol?

Keine Notwendigkeit.

2. Was sagen Sie zum geplanten IKB – KW – Telfs?

Kein Bedarf für dieses KW.

3. Was sagt Ihnen die EU -  Wasserrahmenrichtlinie und der Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP)?

Für die Öffentlichkeit zu wenig bekannt.

4. Ist für Sie Energieunabhängigkeit durch erneuerbare Energieformen in Ihrer Gemeinde denkbar?

Nein.

5. Wie möchten Sie den sparsamen Umgang mit Strom in der Gemeinde fördern?

Die Sparsamkeit obliegt jedem Einzelnen, die Gemeinde kann nicht alles fördern.

6. Kennen Sie das Sonderschutzgebiet Rietzer und Mieminger Innauen?

Ja.

7. Wissen Sie welche Ausgleichsmaßnahmen von den KW Planern angeboten werden?

Nein, Ausgleichsmaßnahmen nicht möglich, kein Platz.



Stellungnahme zum Entwurf WASSERKRAFT IN TIROL Kriterien für die weitere Nutzung der Wasserkraft in Tirol

Gebhard 10. März 2010

Der stellvertretende Landeshauptmann u. Energielandesrat Anton Steixner hatte bis zum 28.02.2010 zu Stellungnahmen zu einem Entwurf aufgerufen, der Kriterien zu einer weiteren Nutzung der Wasserkraft festlegen soll. Diese Chance haben wir natürlich genützt. Die gesamte Stellungnahme ist hier abrufbar.

Nachfolgend ist die Zusammenfassung unserer Stellungnahme widergegeben:

Nach Durchsicht des Kriterienkatalogs kann generell festgehalten werden, dass es sich um einen Entwurf handelt der in der Lage ist allen wichtigen Belangen des Themas mit den behandelten Fachbereichen gerecht zu werden. Die Vorgehensweise zur Gewichtung der einzelnen Fachbereiche sollte Gegenstand einer breiteren Diskussion sein.

Wenig nachvollziehbar ist die Auswahl der Autoren, die im Fall der nicht-amtlichen Experten mit Ausnahme der Fachbereiche Gewässerökologie u. dem Ko-Autor für Energiewirtschaft, alles Angestellte des Ingenieurbüros ILF ZT-GmbH (unter Einberechnung der INFRA Project-Development GmbH) sind.

Diese Experten mögen keinesfalls mehr in eine bestimmte Richtung argumentieren als bestimmte Beamte, die ihr Ressort dazu nützen die Interessen eines Wirtschaftszweigs zu vertreten. Trotzdem wäre eine Offenlegung der Auswahlkriterien für alle Autoren unserer Meinung nach schon Bestandteil der öffentlichen Auseinandersetzung.

Die doch sehr fachspezifische Sprache steht dem Anspruch eine breitere Öffentlichkeit zur Beteiligung zu animieren entgegen. Eine Möglichkeit wäre zumindest in allen Bezirks­hauptstädten eine Präsentation des Vorschlags abzuhalten, die etwa die Form eines Seminars oder work-shops haben könnte. Die Kriterien sollten in diesen mindestens 2-tägigen Veranstaltungen durch die Experten detailliert erklärt werden.

Allgemeine Aussagen, die Wasserkraft als eine allen anderen erneuerbaren Energieformen überlegene, durchwegs saubere Energiequelle darstellen, haben in einem Katalog, der dazu dienen soll mögliche Wasserkraftprojekte miteinander zu vergleichen, nichts verloren.

Eventuelle Vorbelastungen dürfen nicht alleine dazu dienen einem Projektvorhaben für ein bestimmtes Gewässer größere Erfolgschancen zu verschaffen. Sie sollten im Gegenteil immer in erster Linie verpflichtend auf die Möglichkeit sie rückgängig machen zu können geprüft werden.

Die Glaubwürdigkeit des gesamten Kriterienkataloges (und der Bestrebungen der Landesregierung) steht und fällt mit einem verpflichtenden Stopp für alle laufenden Kraftwerksprojekte und einer Prüfung dieser Vorhaben gemäß den Vorgaben des fertiggestellten Kriterienkataloges.