Monatsarchiv für Juli 2010

Erwiderung auf die Antwort von Fr. Bgm. Oppitz-Plörer

Gebhard 30. Juli 2010

An
Bürgermeisterin Mag. Christine Oppitz-Plörer
Maria-Theresien-Straße 18
6010 Innsbruck

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin!                                                                Stams, am 17. Juli 2010

Danke für Ihren Brief vom 11. Juni 2010! Es freut uns, dass Sie sich Zeit genommen haben uns zu antworten.

Zu einigen in Ihrem Schreiben enthaltenen Aussagen möchten wir gerne Stellung nehmen.

Sie erwähnen das Bedürfnis der Menschen nach Erholung in der Natur. Dieses Bedürfnis würde Ihrer Meinung nach erst gestillt werden können, wenn rund um das Sonderschutz­gebiet Rietzer und Mieminger Innauen die Baumaschinen auffahren und eine weitestgehend naturnahe Landschaft in ein Naherholungs­gebiet verwandeln. Ein “vergrößertes” Angebot soll so den Druck auf die Lebewelt in den sensiblen Zonen verringern. Allein, was nützt das dieser Lebewelt, wenn sie dann mehrere Meter unter Wasser liegt?
Tirol ist mit kommerzialisierter Landschaft überdurchschnittlich ausgestattet.
97 Schigebiete für Winter und Sommer, 18 Golfplätze, Outdoor Fun-Parks wie die kürzlich eröffnete Area 47, etc. Diese Freizeiteinrichtungen haben durchaus ihre Berechtigung, aber eben nicht an jedem Ort. Aus unserer Erfahrung und vielleicht sogar aus Ihrer eigenen können wir sagen, dass sehr viele Familien genau das Gegenteil davon, also naturbelassene Umgebung suchen.

Frau Bürgermeisterin, obwohl versucht wird es Ihnen anders zu verkaufen, es gibt keine bessere Maßnahme für ein letztes Rückzugsgebiet, als es intakt zu erhalten. Bei uns scheint nicht möglich zu sein, was anderenorts selbstverständlich ist, nämlich Schutzgebiete als Er­rungen­schaften anzusehen und in ihrem Wert zu achten.
Wenn Sie von einem ähnlichen Kraftwerksprojekt sprechen, bei dem nachweislich ein Zuwachs an Flora und Fauna festgestellt werden konnte, dann muss zuerst einmal geklärt werden, was denn vorher in diesem Gebiet vorhanden war? Mit aller höchster Wahr­scheinlichkeit kein Sonderschutzgebiet, dass diesen Status nicht umsonst erhalten hat!

Den Klimaschutz, den Sie ansprechen, erreicht man doch nicht durch den Bau neuer Kraftwerke, sondern durch die Reduktion von CO2, dort wo es entsteht. Dass die großen Wasser­kraftwerke keine Schlote haben ist nicht richtig – sie stehen nur woanders. Denn bekanntlich sinkt die Leistung im Winterhalbjahr bedingt durch die geringe Wasserführung des Inns. Die den Konsumenten versprochene Energie muss aber dann auch produziert werden und dazu scheint von Kohle bis Atom jede Quelle recht. Es gibt in Tirol so viele Möglichkeiten – ohne Verlust von Komfort und Lebensqualität – Energie einzusparen, bis hin zur Erzeugung von erneuerbarer Energie mittels Biomasse und Photovoltaik, dass es nicht mehr solcher zerstörerischen Projekte wie das Innkraftwerk Telfs bedarf! Eine ungleich größere Zahl von in der Region ansässigen Betrieben hätte dadurch die Möglichkeit für ein gesichertes Einkommen und Wohlstand zu sorgen.

Mit einer zukunftsweisenden Energiepolitik hat dieses geplante Kraftwerk nichts zu tun, es geht hier wohl eher um eine Steigerung der Rendite des stadteigenen Energieversorgers. Ihr lobenswertes Ziel, die Umwelt- und Lebensinteressen der Menschen in Einklang zu bringen, wird sich vor diesem Hintergrund kaum verwirklichen lassen.

Wir erneuern hiermit unsere Einladung gemeinsam mit uns das Sonderschutzgebiet zu durchwandern und ein Stück faszinierende Natur unweit von Innsbruck kennenzulernen.

Mit freundlichen Grüßen,

Othmar Senn und Gebhard Tschavoll
für die Bürgerinitiative zur Erhaltung der Rietzer und Mieminger Innauen

Antwort von Fr. Bgm. Oppitz-Plörer auf unseren Brief vom 1. Mai 2010

Gebhard 30. Juli 2010

Frau Bürgermeisterin Oppitz-Plörer hat uns geantwortet. Oder war es doch die PR-Abteilung der Innsbrucker Kommunal Betriebe? Wie auch immer, hier der Brief.

auf das Bild klicken um zur PDF - Ansicht zu gelangen