Antworten Liste 3: Bäuerliche Liste Stams

Othmar 14. März 2010

1. Wie beurteilen Sie die Notwendigkeit neuer Wasserkraftwerke in Tirol?

Das Schlagwort der Zukunft heißt Energieautarkie oder Energieselbstversorgung. Die Wasserkraft als erneuerbare Energieform ist dabei ein wesentlicher Bestandteil. Daneben sind aber die Biomasse aus Holz bis hin zur Sonnen-u. Windenergie wichtig. Nur durch das Zusammenspiel aller erneurbaren Energieformen kann ein sinnvoller Mix entstehen. Für Tirol gilt: Ja zum Bau neuer Wasserkraftwerke, aber nur dort, wo es Sinn macht, im Einklang mit der Bevölkerung der Region passiert und die Eingriffe in die Natur keine wesentlichen Schäden verursachen.

2. Was sagen Sie zum geplanten IKB – KW – Telfs?

Wir stehen dem Projekt insofern kritisch gegenüber, weil für uns die Aufklärung der Bevölkerung und der Gemeinde fehlt. Nur wenn die Region – wie oben beschrieben- mit dem Projekt ” kann” und der Nutzen klar ersichtlich ist, ist ein solches Kraftwerk auch für uns sinnvoll.

3. Was sagt Ihnen die EU -  Wasserrahmenrichtlinie und der Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP)?

Die Wasserrahmenrichtlinie soll Gewässer schützen und sie in einem guten ökologischen Zustand erhalten – so in kurzen Worten zusammengefasst. Sie wurde 2000 auf EU-Ebene beschlossen und muss dadurch auch nationalstaatlich umgesetzt werden.

Auf die selben Ziele stellt der Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan ab. Dazu sollen auch die nötigen Maßnahmen getroffen werden, um den guten Zustand der Gewässer zu erhalten.

4. Ist für Sie Energieunabhängigkeit durch erneuerbare Energieformen in Ihrer Gemeinde denkbar?

Stams ist in diesem Zusammenhang bereits auf einem guten Weg. Mit dem Fernwärmewerk beim Kloster,  zahlreichen Nahwärmeeinheiten mit Biomasse und Solaranlagen auf Einfamilienhäusern sind bereits richtige Schritte passiert. Es kann aber noch viel mehr sein. Ja, Energieunabhängigkeit ist denkbar, vielleicht aber nur in einzelnen Bereichen (Wärmeversorgung) zu 100%.

5. Wie möchten Sie den sparsamen Umgang mit Strom in der Gemeinde fördern?

Die Gemeinde selbst kann hier nur als Mittler oder Initiator auftreten. Wichtig ist, das Bewusstsein in der Bevölkerung zu wecken und auf Sparpotentiale hinzuweisen. Eigene Schwerpunkte über eine Veranstaltungsreihe oder Information über die Gemeindezeitung ist durchaus denkbar.

6. Kennen Sie das Sonderschutzgebiet Rietzer und Mieminger Innauen?

Ja. Der Auwald dort soll durch das Projekt nicht angetastet werden.

7. Wissen Sie welche Ausgleichsmaßnahmen von den KW Planern angeboten werden?

Laut homepage schauen die Ausgleichsmaßnahmen wie folgt aus:

Schotterinseln sind ökologisch wertvolle Lebensräume und Brutplätze für einige Vogelarten wie z.B. den “Flussuferläufer”.  In der Projektplanung ist vorgesehen, dass flussabwärts als Teil der Ausgleichsmaßnahmen neue Schotterinseln geschaffen werden, um rechtzeitig Ersatzlebensräume anzubieten.

Sonstige Ausgleichsmaßnahmen sind uns mit heutigem Tag nicht bekannt.

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